Mai/juni Senegal

Zwischen Bürokratie und Geduldsproben…

Am 28.Mai reiste ich in den Senegal. Es gab viel Handlungs- und Klärungsbedarf.


Einerseits ging es um das Grundstück und unseren Nachbarn. Obwohl er sich bereit erklärt hat, mir die Quadratmeter seines verbleibenden Grundstücks zurückzugeben, gebe ich mich mit einer mündlichen Zusage nicht zufrieden. Der gesamte Tausch muss vom Katasteramt genehmigt und schriftlich festgehalten werden.

Andererseits beschäftigt mich die Angelegenheit des Containerverkaufs an das Centre de Boutoute. Die bereits im April fällige erste Rate wurde noch nicht bezahlt, und der Chef ist wieder einmal nicht erreichbar.

Bei unserer Ankunft im Hafen von Ziguinchor fuhren wir direkt zu meinem Grundstück, um es zu vermessen und zu entscheiden, wo und wieviel Quadratmeter mir mein Nachbar zurückgeben muss. Ich entschied, dass er mir etwas mehr Land zurückgeben muss, als er ursprünglich genommen hat. Der Grund dafür ist, dass mein Grundstück nun L-förmig und nicht mehr rechteckig sein wird, was für eine spätere Bebauung nicht wirklich von Vorteil ist
Glücklicherweise war er damit einverstanden. Eigentlich hatte er auch keine andere Wahl, ausser das sich bereits im Bau befindliche Haus wieder einzureissen. Also bestellten wir erneut den Vermesser und vereinbarten für den nächsten Tag einen Termin beim Katasteramt, um die Unterlagen entsprechend anzupassen.
Auf dem Amt schlug man vor, einfach eine Notiz zu den Akten zu nehmen und die Sache damit zu erledigen. Damit war ich natürlich nicht einverstanden – ich möchte eine saubere Sache und rechtlich korrekte Lösung. Das wird meinen Nachbar zwar etwas kosten, denn solche Unterlagen sind nicht kostenlos und ihre Erstellung nimmt auch Zeit in Anspruch.
Hoffen wir, dass wir die Papiere bei meinem nächsten Besuch im Juli fertig sein werden.

Im Centre de Boutoute hatten wir uns nicht angekündigt, sondern sind einfach vorbei gefahren.. Der Chef war darüber nicht besonders erfreut, was mich allerdings überhaupt nicht berührte. Ich selbst war über sein Verhalten seit Januar ebenfalls alles andere als erfreut. Seine ständige Hinhaltetaktik und seine mangelnde Erreichbarkeit sind meiner Ansicht nach äusserst unprofessionell.
Genau das sagte ich ihm auch. Es können immer unvorhergesehene Probleme auftreten, aber dann muss man miteinander reden. So wie er die Situation gehandhabt hat – mit völliger Funkstille -, kann ich nicht arbeiten.
Er entschuldigte sich zum weiss ich nicht wievielten mal und versicherte mir, dass sie den Container nach wie vor kaufen möchten.
Ich sagte ihm, dass ich ihm noch zwei Wochen Zeit gebe, um die Zahlung zu leisten. Andernfalls würden wir den Container abholen lassen. Er bat darum, dies schriftlich per E-Mail zu erhalten, damit er es seinen Geldgebern entsprechend mitteilen könne.
Nach dem ich ihm die E-Mail geschickt hatte, bedankte er sich und sagte, er werde sich bald zurückmelden.
Nun ja, wir werden sehen.

Auf jeden Fall war ich sehr dankbar, dass ich bei all dem immer Bassirou Sy an meiner Seite hatte. Er konnte unseren Forderungen den nötigen Nachdruck verleihen. Es ist nun einmal so: Ich bin weiss und dazu noch eine Frau. Wäre ich ein Mann, würden die Menschen hier vermutlich eher auf mich hören…

Zum Abschluss besuchten wie noch das Disponsaire (Die Krankenstation) von Belfort.
Inzwischen haben sie sich dort gut eingerichtet. Lediglich über das Ultraschallgerät hörte ich einige Klagen – es funktioniere angeblich nicht richtig. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Gerät einwandfrei funktioniert. Es ist lediglich etwas langsam, da es nicht mehrdas neueste Modell ist, aber dennoch voll funktionstüchtig.


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