Bassirou Sy reiste Mitte April wieder nach Ziguinchor, um sich für das vorangehen unseres Projektes stark zu machen.
Auf dem Plan stand der Besuch des Centre à Boutoute. Der Chef hatte uns zugesagt den Container zu kaufen. Nun war er aber nicht mehr erreichbar.
Als Bassirou dort ankam, entschuldigte sich der Chef und erklärte, dass es ein kleines Problem mit der Finanzierung gebe. Er fragte, ob es denn möglich sei den Betrag in zwei Raten zu bezahlen.
Wir erklärten uns einverstanden damit, und trafen die Abmachung, dass die erste Rate in der darauffolgenden Woche fällig sei.
Der zweite Punkt der zu erledigen war: Nach unserem Land schauen. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass es besser wäre die Bornage zu verifizieren, bevor wir anfangen den Boden zu bearbeiten. Meiner Meinung nach passten die Grenzecksteine nicht wirklich mit dem Plan vom Katasteramt überein.
Und siehe da, mein Bauchgefühl hatte recht. Die Steine waren nicht korrekt gesetzt. Auf dem Katasteramt waren sie dann auch sehr entgegenkommend, und wir mussten nicht noch einmal den vollen Preis der Bornage (Grenzstein-Setzung) bezahlen, nur eine kleine Gebühr.

Nach der Grenzstein-Setzung rief Bassirou mich an, es gebe nun ein anderes Problem: Der Besitzer des angrenzenden Landstückes, hatte angefangen zu bauen, und ein Teil seines Hauses steht auf meinem Land.
Im ersten Moment war ich wirklich entmutigt, kann denn überhaupt nichts rund laufen in diesem Land?
Okay, kurz innehalten, ein paar mal tief atmen und ich konnte schmunzeln, so ist es eben. Ich wusste worauf ich mich einlasse!
Und ist nicht genau auch dies ein Teil des Charmes dieses Landes, in welchem ich mich immer so heimisch fühle? Dieser Gegensatz zu Schweiz, dieses heillose Chaos?
Und zum Glück haben wir mit Bassirou einen Menschen in unserem Team, der sehr lösungsorientiert und krisenerprobt ist.


Er meinte dann auch, im Grunde genommen müsste unser Nachbar sein angefangenes Haus einreissen. Wobei man sich gut überlegen müsse, ob wir dies verlangen.
Fakt ist, in nächster Zeit wird nicht immer jemand anwesend sein auf unserem Land, und auch wenn die Werkstatt dann mal gebaut ist, ist wird nicht immer jemand vor Ort sein. Also wäre es von Vorteil ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn zu haben!
Bassirou schlug mir vor, zuerst müsse man den Lösungsvorschlag der Nachbarn anhören, wobei für mich klar war, ich verkaufe die bebauten Quadratmeter nicht.
Am Ende bieb dann nur eine Lösung, zum Glück nimmt das Haus nicht das ganze Land unseres Nachbars ein, sie könnten uns folglich ein Stück von ihrem Land für den besetzten Teil von unserem geben.
Bassirou lud den Besitzer und seinen Bruder zum Gespräch ein und sie einigten sich auf unseren Vorschlag, das Land sozusagen zu tauschen.


Irgendwo bin ich dann eben doch sehr schweizerisch, für mich reicht es nicht, dies einfach zu besprechen. Ich will, dass der «Tausch» auf dem Katasteramt auch festhalten wird. Damit waren sie auch einverstanden. Also mussten sie ihren Bau stoppen, und darauf warten, bis ich Ende Mai wieder im Senegal sein werde, um die Angelegenheit final zu klären.
Nachdem nun die Grenzsteine am richtigen Platz sind wurde dann auch noch ein bisschen gearbeitet.
Younouss nahm sich der Pflanzen an, damit nicht in der nächsten Regenzeit ein Dschungel entsteht, er hat 2 Tage in grosser Hitze hart gearbeitet:



