Juni/Juli 2024 Senegal

Dritte Projektreise in den Senegal

26.6.24

Ich kam vor einer Woche im Senegal an und verbrachte ein paar gemütliche Tage in Toubab Dialaw und am Cap Skirring am Meer.  Da wegen Tabaski, dem Opferfest, das wichtigste Fest im Jahr für die Muslime, hier das öffentliche Leben noch ein bisschen im Halbschlaf war, kam ich 4 Tage in den Genuss einfach mal zu sein.

Am Montag startete ich dann früh, um die Umschreibung der Papiere, vom gekauften Terrain, auf meinen Namen nun endgültig in trockene Tücher zu bringen.
Marie erkundigte sich während meiner Abwesenheit über den Ablauf und die Kosten der «Mutation».
Also gingen wir ins Centre des Services Fiscaux de Ziguinchor, kurz les Impots.
Da schaute sich der Chef persönlich alle Papiere an. Er meinte dann etwas fehle, aber da wir die Bestätigung des Kataster Amtes über die Verification des Grundstückes hätten, sei das überhaupt nicht tragisch. Dann erklärte er uns das weitere Vorgehen; beim Guichet für die Mutation bezahlen, auf die Quittance warten, in ein anderes Büro gehen, wo uns die Acte de Vente ausgestellt werde um dann le Baie (sowas wie die Besitzurkunde) zu erstellen.
Ich war schon freudig überrascht, wie schnell und reibungslos das anscheinend alles gehe.
Also gingen wir ans Guichet, gaben die Papiere ab, welche da nochmals kontrolliert wurden, und bezahlten für die Mutation. Wir bekamen einen Termin um 15:00, um die Papiere dann mit Quittance wieder abzuholen.
Um 15:00 holten wir die Papiere ab und gingen weiter ins andere Büro.
Da schaute der zuständige Monsieur alle Papiere an und meinte, mais c est quoi ca, le plus important papier manque! Comme ca on peut rien faire (aber was ist denn das, das wichtigste Dokument fehtl! So können wir nichts machen). Schock!!!
Er nahm sich dann Zeit und erklärte mir alles sehr geduldig, zeigte mir andere Verkaufsunterlagen und gab mir den Kontakt eines Notars, der mir helfen werde.
Das Problem war, dass der Herr, der mir das Land verkauft hatte, dieses zwar rechtmässig erworben – aber seine Papiere niemals fertig gemacht, sprich nach dem Erwerb, die Mutation nicht gemacht hatte und die Besitzurkunde nicht auf seinen Namen umschreiben liess (also keine le baie).
Nun, damit ich das zu Ende bringen konnte, musste ich zuerst die Papiere vom Vorbesitzer in Ordnung bringen lassen, was natürlich nochmals kostete. Für mich als Ausländerin ist es aber wichtig, dass alles seine Richtigkeit hat.
Nach drei Besuchen beim Notar (an drei verschiedenen Tagen), bin ich dem Notar sehr dankbar, dass er dies nun alles für mich in Ordnung bringen wird.
Was aber bedeutet, dass ich die Papiere noch einmal nicht in Händen halten werde vor meiner Abreise. Der Notar wird sie einem Freund, dem ich vertraue, aushändigen und jener wird sie für mich aufbewahren bis zu meinem nächsten Aufenthalt im Senegal.

2.7.24

Mein Aufenthalt hier im Senegal neigt sich mal wieder dem Ende zu, morgen fliege ich zurück in die Schweiz.

Während dem ganzen Aufenthalt fand ich immer wieder Raum und Zeit, um mich verschiedenen administrativen Belangen des Projektes zu widmen. Es fanden auch mehrere Treffen mit konstruktiven Gesprächen zwischen Mohaméd und mir statt.

In den letzten Tagen besuchte ich auch die Frauen vom Centre Barbara (Nähatelier für körperlich beeinträchtigte Frauen und Schule für geistig beeinträchtige Kinder). Es war ein freudiges Wiedersehen.
Mariama, die Präsidentin der Gruppe erklärte sich bereit für das Video, welches wir fürs Crowdfunding benötigen, etwas zu sagen, das ist super. Auch mit Mohaméd habe ich ein kurzes Video gemacht.
Und im Centre Barbara gibt es genügend Hilfsmittel, welche – wie leider so typisch für die Casamance – in sehr schlechtem Zustand sind, die ich fotografieren konnte. 
Nun habe ich im Senegal viel digitales Material für die Webseite und das Crowdfunding gesammelt, damit wir in der Schweiz fleissig arbeiten können.

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